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Richtige Atemtechnik beim Reiten
Leider wird von den meisten Reitern vernachlässigt,
welchen Einfluss die falsche Atemtechnik auf das Pferd hat. Stellen Sie
sich einen Reiter vor, der mit hochgezogenen Schultern, verkrampfter
Atmung, vorgebeugtem Oberkörper und steifer, hoher Zügelhand dem Pferd
die Trense in die Maulwinkel reißt. Die Reaktion des Pferdes wird ein
weggedrückter Rücken und eine hohe Kopfhaltung sein. Warum sollte sich
das Pferd von einem solchen Reiter führen lassen?
Ein Pferd würde auch im Herdenverband nicht dem
ängstlichsten Herdenmitglied folgen wenn es in Panik davonläuft. Das
Pferd wird nur dem Leittier oder anderen ranghöheren Tieren folgen,
sobald diese die Flucht antreten.
Die einfachste (und häufigste) Konsequenz ist, dem
Reiter einfach zu sagen er brauche keine Angst zu haben, er solle sich
nicht verspannen – nur wird genau dies kaum eintreffen. Der Reiter
denkt: "Ich darf mich nicht verspannen, ich darf keine Angst
haben!" – und genau das Gegenteil passiert.
In einem Test wurden Reiter gebeten, das Anreiten
eines Hindernisses am Boden OHNE Pferd nachzustellen –
erstaunlicherweise hielten die Reiter sogar ohne Pferd beim imaginären
Absprung den Atem an und wirkten alles andere als entspannt.
Versuchen Sie einmal, am Absprung oder bei anderen
angespannten Situationen (Traktor, scheuen,...) ganz bewusst und
deutlich auszuatmen.
Das Pferd, welches als hochsensibles Tier eine
Vielzahl von Reizen wahrnimmt kann durch tiefes Ausatmen beruhigt und
sicher geführt werden. Auch selber wird man viel entspannter und so
manche falsche Körperhaltung kann durch die richtige Atemtechnik
(Bauchatmung) verbessert werden.
In den Seminaren von Frau Dr. Fellinger werden
verschiedene Atemtechniken – vor allem auch auf dem Pferd – erklärt
und trainiert und die positiven Ergebnisse gefestigt.
Losgelassenheit beim Reiten
Physische Losgelassenheit beim Pferd:
Ein physisch losgelassenes Pferd ist an vielen Punkten
zu erkennen:
- Anlehnung – das Pferd arbeitet ohne Zwang mit dem
Reiter
- Schwung – freudiges Vorangehen, mit Schwung durch
den Alltag!
- Takt – ein gleichmäßiger, taktreiner Gang
- Gerade – geradegerichtet, ohne Verwerfungen
- Durchlässigkeit – die Hilfen werden willig
angenommen
- Erhabenheit, anmutig
Das nicht losgelassene Pferd hingegen ist leider viel
öfter anzutreffen; viele der folgenden Punkte werden Ihnen daher sehr
bekannt vorkommen:
- verspannter Körper
- zusammengebissene Zähne
- schlagen mit dem Schweif
- Kopfwerfen
- Zittern, aggressiv, unwillig
- häufiges Misten
- schlechte Atemtechnik
Losgelassenheit beim Reiter:
Leider sind viele Reiter verspannt, leiden an
Seitenstechen (Atemtechnik!), haben Angst und verkrampfen sich daher am
Pferd. Oft sieht man beim Springreiten, dass der Reiter mit
angstverzerrtem Gesichtsausdruck ans Hindernis heranreitet und beim
Absprung die Luft anhält. Diese Anspannung überträgt sich natürlich
auch aufs Pferd, welches seinerseits aber losgelassen über das
Hindernis gehen soll.
Der losgelassene Reiter hingegen lächelt, ist an der
festen, klaren Stimme zu erkennen und geht an die gestellten Aufgaben
mit dem nötigen Selbstvertrauen heran. Dadurch wird dem Pferd auch die
Arbeit um vieles erleichtert, weil es Vertrauen zum Reiter fassen kann.
Wie kommt man nun zu der nötigen Losgelassenheit:
Beim Pferd ist darauf zu achten, dass der Sattel
wirklich passt, keine unpassende Ausrüstung verwendet wird (Stirnriemen
lange genug, die Bandagen nicht zu fest gewickelt,...), dass Pferd und
Reiter nicht überfordert werden, und vor allem: sich Ziele für jede
Reitstunde zu setzen, die auch erreichbar sind. Zum Beispiel: Heute will
ich meinen Sitz im Trab verbessern! Somit hat man auch das nötige
Erfolgserlebnis, um den Spaß am Reitsport zu erhalten.
Das Training darf nicht immer nach einem 08/15 Schema
ablaufen, die Arbeit muss auch mal durch Ausritte, freispringen, etc.
aufgelockert werden.
Im Anschluss an den Vortrag hörte man noch eine sehr
amüsante Geschichte zum Thema "Ein Tag im Reitstall aus der Sicht
der Pferde", welche so manchen zum Schmunzeln und vor allem
Nachdenken brachte.
Frau Dr. Fellinger ist als Ausbildunsleiterin für
Körperorientieres Reiten® im Ausbildungszentrum PRO EQUO® in Pinsdorf/OÖ
tätig.
Mehr Info finden Sie unter www.pferd.co.at
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