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Der richtige Einstieg zum Gespannfahren
Die meisten fahrsportinteressierten Umsteiger haben
ein Pferd, welches bisher unter dem Sattel ging und nun "zur
Abwechslung" auch mal eingespannt werden soll.
Ein Wagen ist bereits vorhanden, ein billiges Geschirr
"nur mal zum probieren" ist auch schon gekauft, nun wird
eingespannt – und in den meisten Fällen geht dies daneben.
Das Pferd scheut, erkennt das Klappern des Wagens als
Gefahr, fühlt sich vom Geschirr eingeengt und wird erst dann wieder
stehen bleiben, wenn der Wagen Schrott und das Geschirr in Fetzen ist.
Solche Situationen sind mit der Einhaltung einiger
Regeln einfach zu verhindern!
Pferde, die schon geritten wurden sind nicht
automatisch auch Fahrpferde, die Ausbildung zum Fahrpferd ist ebenso
umfangreich wie die zum Reitpferd!
Begonnen wird immer schrittweise vom Boden aus:
- Anlongieren (auf Kappzaum, später auf Trense)
- Stimmkommandos trainieren
- Longieren mit Geschirr (zuerst nur mit Selett,
später mit Schweifriemen, Hintergeschirr,...)
- Longieren mit der Doppellonge
- Pferd an den Zug gewöhnen (Autoreifen)
- Arbeit mit dem Fahrzaum
- Verkehrstraining
- 1. Anspannen vor dem Wagen (Anfahren, Halten,
Wenden,...)
- Fahrtraining auf Straße mit Helfer, Position des
Fahrers auf der Kutsche
In jedem dieser Punkte kann es passieren, dass ein
Pferd sich zur Wehr setzt oder erschrickt. Daher sollte man vor allem
beim Einfahren eines Pferdes darauf achten, ein qualitativ hochwertiges
Geschirr zu verwenden. Wenn ein Pferd wegen gerissener Geschirrteile
durchgeht, wirft einen dies in der Ausbildung wieder weit zurück –
geschweige von den Verletzungsrisiken! Ein Pferd, welches schon lange
eingespannt wurde wird das Geschirr nicht mehr solchen Strapazen
aussetzen, da kaum noch Eskapaden zu erwarten sind.
Auch sehr brave Pferde sollten nicht zu schnell
eingespannt werden – lassen Sie den Pferden genug Zeit, das Gelernte
zu verarbeiten und zu festigen! Eine überhastete, ungenaue
Grundausbildung wird immer wieder, auch noch nach Jahren des Einspannens
Probleme bereiten – investieren Sie besser mehr Zeit und Geduld in
eine solide Grundausbildung, es wird sich später lohnen.
Und: Seien Sie ehrlich zu sich selbst: Falls Sie zu
wenig Erfahrung zum Einfahren eines Pferdes haben, überlassen Sie es
einem Fachmann – Sie bringen sonst nur Sich selbst, Ihr Pferd und
andere Verkehrsteilnehmer in Gefahr.
Sicher mit der Kutsche unterwegs
Um sicher mit der Kutsche unterwegs sein zu können,
muss diese in regelmäßigen Abständen auf Ihre Verkehrssicherheit
kontrolliert werden. Die Kutschen müssen mit einer funktionstüchtigen
Feststellbremse, eventuell auch mit einer Fußbremse (Scheibenbremsen)
versehen werden.
Wichtig ist auch die richtige Beleuchtung mittels
Kutschenlampen, welche nach vorne weißes und nach hinten rotes Licht
ausstrahlen. Um der Straßenverkehrsordnung weiters entsprechen zu
können, müssen auf der Kutsche, vorne auf der Deichsel, ein weißes
Katzenauge bzw. hinten zwei rote Katzenaugen angebracht sein, die aber
nicht höher als 60 cm und max. 40 cm vom äußersten Rand der Kutsche
befestigt sein dürfen.
Vor allem bei Dämmerung und in der Nacht sollen
reflektierende Leuchtbänder angelegt werden um die Verkehrssicherheit
zu erhöhen.
Ebenso sicher wie die Kutsche muss das verwendete
Geschirr sein – besser etwas mehr investieren, damit man sich auf die
Festigkeit verlassen kann, da schon ein gerissenes Hintergeschirr ein
großes Verletzungsrisiko darstellt. Hier gilt der Richtsatz: Wer billig
kauft, kauft teuer! Vor allem die Leinen sollen vor jeder Ausfahrt
kontrolliert werden, um etwaige Schadstellen sofort zu erkennen und ggf.
reparieren zu lassen. Die regelmäßige Geschirrpflege muss jedem Fahrer
selbstverständlich sein, um die Haltbarkeit zu erhöhen und
Scheuerstellen zu vermeiden.
Immer dabei sein sollte ein stabiles Halfter, ein
Strick und Verbandszeug, wer stolzer Besitzer eines Handys ist sollte
auch dies immer mitführen – um bei Notfällen Tierarzt, Polizei und
einen Hänger besorgen zu können.
Wenn die Ausrüstung OK ist, bleibt noch der Faktor
Pferd: Wenn das Pferd schon unter dem Sattel vor jedem LKW oder Traktor
ausflippt ist es nicht vor die Kutsche zu spannen, bevor es nicht
verkehrssicher ist! Durchgehende, panische Pferde sind ein erhebliches
Sicherheitsrisiko, nicht nur für den Fahrer sondern auch für alle
anderen Verkehrsteilnehmer.
Zum Thema "Sicher mit der Kutsche unterwegs"
gehört vor allem auch das eigene Verhalten im Straßenverkehr – dies
beginnt schon bei den richtigen Zeichen zum Abbiegen!
Die optimale Vorbereitung hierfür ist sicher das
"Bronzene Fahrabzeichen" – kombiniert mit ausreichendem
Versicherungsschutz für Fahrer, Pferd und Mitfahrer!
Herr Christian Schlögelhofer ist Fahrwart und
Wanderfahrreferent des LFV NÖ, mehr Informationen zu laufenden
Fahrkursen bzw. zur Ausbildung und Korrektur von Pferden unter:
schloegelhofer@yahoo.de
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