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Newsletter Dezember 2007 | Mag. Franz Bachofner Sportwissenschafter/Sporttherapeut DVGS Moordbadstraße 40 A-3943 Schrems e-mail: franz.bachofner@equus.at Web: www.equus.at |
Jeder Reiter strebt nach Harmonie in der Bewegung mit dem Pferd - doch für viele bleibt es ein Wunschtraum! Gutes Reiten bedeutet vor allem einmal ausbalanciertes und dynamisches Sitzen am Pferd.
Wer sich noch an seine Reitanfänge zurückerinnern kann, weiß wie schwierig es war, die schaukelnden Bewegungen des Pferderückens auszugleichen und eine entspannte aber aufrechte Haltung zu finden. Besonders der Trab macht vielen Reitern – auch solchen die schon jahrelang reiten – Probleme. Das spiegelt sich natürlich auch in der Gangart des Pferdes wider und zeigt manchmal verspannte und weggedrückte Pferde-Rücken.
Basierend auf meinen Erfahrungen im Bewegungslernen und der Sporttherapie habe ich eine Methode entwickelt, die jedem Reiter Verbesserungen beim Sitz bringen kann. Mit meinen Seminaren „Besser Sitzen – Besser Reiten“ und „Natürlicher Umgang mit Pferden“ sehe ich mich deshalb als „Vermittler zwischen Mensch und Pferd“.
Warum Sitzkurse?
Es gibt mehrere gute Gründe, die für Aus- und Weiterbildung beim „Sitz“ sprechen und ich möchte als Sporttherapeut mit den gesundheitlichen Überlegungen beginnen:
Der Pferderücken erzeugt in der Vorwärtsbewegung Schwingungen, die besonders im Trab deutlich zu spüren sind. Je nach Rückenform, Tempo und Gymnastizierung des Pferdes sind diese Schwingungen unterschiedlich stark.
Wenn nun der Reiter mit seinem Rücken diese
Schwingungen nicht entsprechend mitmachen und dadurch kompensieren
kann, werden aus Schwingungen „Schläge“.
Wir erinnern uns vielleicht noch an unsere ersten Longestunden, wo unser Gesäß auf dem trabenden Pferd „herumhoppelte“. Abgesehen davon, daß wir dabei äußerst „hilflos und unglücklich“ aussehen, bedeutet das für unseren Rücken eine starke Belastung. Jeder Trabschritt wirkt als „Schlag“ auf die vielen kleinen Gelenke und die Bandscheiben besonders in der Lendenwirbelsäule. In vielen Fällen wird unbewußt als „Schutz“ vor weiteren Schlägen die Rückenmuskulatur angespannt. Das führt zu einem „Steifmachen“ des Rückens und verhindert das Schwingen der Wirbelsäule und des Beckens.
Gott sei Dank ist diese Lernphase bei vielen Reitern nur kurz und durch Übung gelingt es, sich in die Pferdebewegungen einzufühlen.
Trotzdem gibt es viele Reiter – vor allem jene, die erst im Erwachsenenalter zu reiten beginnen – die damit Probleme haben. In diesem Fall kann man nicht mehr vom „gesunden Reitsport“ sprechen, sondern eher von „gegenseitiger Belästigung“ zwischen Mensch und Pferd.
Denn ein schlechter Sitz ist auch für das
Pferd sehr unangenehm. Ich sehe das bei den Videoanalysen, wie diese
Pferde deutlich ihr körperliches Unbehagen ausdrücken!
Damit bin ich beim nächsten Argument für
einen besseren Sitz - Harmonie beim Reiten!
...zwei Körper die sich geschmeidig und elegant miteinander bewegen, fast wie ein Tanz...
so ähnlich stellen wir uns gutes Reiten vor!
Die Praxis sieht oft anders aus:
„Unruhige Hände“, die das Pferdemaul stören, klopfende Unterschenkel und ein Gesäß, das immer wieder in den Pferderücken fällt! Das stört das Gleichgewicht und somit die Bewegung und Eleganz des Pferdes. Kein Reiter tut das absichtlich - und trotzdem sieht man es häufig.
So kann keine Harmonie in der Bewegung
entstehen!
Schließlich bin ich beim nächsten wichtigen
Aspekt, der Hilfengebung.
Nur ein stabiler und korrekter Sitz erlaubt eine vernünftige Einwirkung aufs Pferd. Wie soll mein Pferd, meine Zügel- oder Schenkelhilfen befolgen, wenn es nicht sicher ist, ob diese nicht „zufällig“ geschehen? Gar nicht zu sprechen von Gewichtshilfen, die differenziertes Steuern des Körperschwerpunktes und des Beckens erfordern!
Feines Reiten ist ein hochkoordinatives Geschehen, das über Jahre erlernt, geübt und verbessert werden muß. Die Basis dafür liegt im Sitz des Reiters. Erst dann sollten weitere „Manöver und Lektionen“ - egal in welcher Reitweise - angestrebt werden!
Wie trainiere ich den Sitz?
Ich beginne in diesen Seminaren damit, den Teilnehmern mehr Körpergefühl zu vermitteln und sie zuerst ohne Pferd zu „lösen“. Somit lernen sie, ihren eigenen Körper zu fühlen und zu koordinieren, um anschließend mehr „Feeling“ aufs Pferd mitzunehmen.
Durch Info über anatomische Grundlagen unseres Bewegungsapparates werden Zusammenhänge besser verstanden.
Auch das Thema „Rhythmus“ beschäftigt uns im Seminar. Ein guter Reiter muß sehr rasch Rhythmus aufnehmen, halten und wenn nötig, auch verändern können.
Videoaufnahmen geben eindrucksvoll feedback über den Lernfortschritt.
Ich bin immer wieder erfreut darüber, wie viel Veränderung sich in 2 Tagen erreichen läßt.
Es gibt also eine Reihe von Gründen, die für einen besseren Sitz sprechen und ich bin sicher, daß sich auch die „teilnehmenden Pferde“ über mehr „Gefühl und Balance“ der Reiter freuen!
Vielleicht sehen
wir uns in einem der kommenden Seminare?
Mag. Franz Bachofner
Amesbichler Reitsport bedankt sich sehr herzlich für diesen Artikel.
Mag. Franz Bachofner
ist als Sportwissenschafter und Sporttherapeut freiberuflich in
seiner Praxis in Langschwarza bei Schrems tätig und bietet Seminare
für Reiter sowie Trainingsberatung an. Info unter 0699 / 111 073 53 sowie unter www.equus.at.
Wollen Sie mit dem Experten in Verbindung
treten >>> franz.bachofner@equus.at